FAQ's - Frequently asked Questions

Allgemeine und gängige Fragen rund um freies und selbstbestimmtes Lernen und unsere Antworten darauf.

Zur Beantwortung speziellerer und tiefer gehenderer Fragen darfst Du auch gerne (BITTE in dieser Reihenfolge!)

  • unsere RubrikFakten“ nutzen mit den dort angelegten Kategorie-Abfragen,
  • über die Suchfunktion (Menü; Desktop: rechts oben, Tablet/Mobile: unterster Menüpunkt) nach Antworten suchen,
  • das Kontaktformular nutzen,
  • uns per Email anschreiben

Ein Klick öffnet die jeweilige Antwort!

Nein, gibt es nicht. Wenn Prüfungen abgelegt werden – was dem Freilernen eindeutig entgegensteht – ist es unbedingt notwendig, mit dem Direktor der Schule als Vorsitzender der Prüfungskommission in direkten Kontakt zu treten. Im Gespräch wird geklärt, welche Anforderungen gestellt werden und ob diese den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden. Da dies häufig nicht der Fall ist, gibt es in Österreich eine wachsende Gruppe von Eltern, die einerseits Gesprächsbereitschaft signalisiert, um andere Formen der „Gleichwertigkeitsfeststellung“ zu schaffen, und andererseits nicht mehr bereit ist, die Kinder gegen deren Willen zur Prüfung zu bringen. Erfahrungen dazu unter „Initiative 2013“ und natürlich im Forum für Vereinsmitglieder!

Nur sehr eingeschränkt. Der Schulpflicht (Unterrichtspflicht) kann man zwar auch durch die Meldung zum sog. „häuslichen Unterricht“ nachkommen, jedoch ist die Gleichwertigkeit zum Schulunterricht durch ein „Externistenprüfungszeugnis“ am Ende des Schuljahres nachzuweisen. Den Externistenprüfungen liegt der öffentliche Lehrplan der jeweiligen Schulstufe zugrunde. Dass sich der Inhalt des Lehrplanes mit den natürlichen Interessen des Kindes deckt, ist unwahrscheinlich. Details dazu unter „Darf man das denn?„.

Ab dem vollendeten 5. Lebensjahr braucht es eine Abmeldung vom sog. „verpflichtenden Kindergartenjahr“. Zu beachten ist dabei die jeweils bundeslandbezogene Frist – bitte unbedingt auf der aktuellen Website der zuständigen Landesregierung nachsehen! In der Regel ist ein formloses Schreiben – Kundgabe, dass das Kind das „verpflichtende Kindergartenjahr“ in der „häuslichen Erziehung“ verbringen wird – ausreichend. Manche Bundesländer geben Formulare aus.

Mittlerweile gibt es unzählige Gruppen und Initiativen auf den Sozialen Medien, die zu ihren Angeboten und Treffen einladen.

Günstig ist es, die Orte der Begegnung in der unmittelbaren Nachbarschaft zu nützen: Spielplatz, Innenhof, Begegnungsräume in der Wohnsiedlung, Gemeinschaftsgarten u. a. Hier können zwanglos Kontakte geknüpft werden. Die Eltern sind in unmittelbarer Nähe und als Ansprechpersonen verfügbar. In letzter Zeit gibt es vermehrt hochwertige Angebote mit professioneller Elternbegleitung wie die Eltern-Kind-SpielRäume nach Emmi Pikler. In den meisten Bundesländern gibt es Freilernerfamilien, die sich regelmäßig treffen.

In diesem Kontext möchten wir auch zu einer differenzierten Sichtweise von häufigen Gleichaltrigen-Kontakten anregen. Empfehlenswert ist die Lektüre von „Unsere Kinder brauchen uns!“ von Gordon Neufeld (vgl. unsere Literaturliste).

Vor dem Gesetz genügt ein formloses Schreiben mit den wichtigsten Daten (Name, Geburtsdatum des Kindes) und der Angabe, dass eine Meldung zum häuslichen Unterricht erfolgt. Diese Anzeige muss VOR BEGINN des Schuljahres bei der zuständigen Bildungsdirektion einlangen. Je nach Bundesland werden zu diesem Zweck Formulare ausgegeben. Eventuell enthaltene Fragen nach der Ausbildung der Eltern und / oder einem Lernkonzept sind nicht gesetzeskonform und müssen daher auch nicht beantwortet werden. Ungeachtet dessen empfehlen wir, beim Behördenkontakt eine wertschätzende Kommunikation zu pflegen!

Da die Bedürfnisse aller Familienmitglieder berücksichtigt werden, sieht der Alltag in jeder Familie anders aus. Der Druck von außen durch das Schulsystem entfällt. Wichtig ist, dass die Erwachsenen ihre Rolle in der Begleitung der freilernenden Kinder immer wieder reflektieren.

Unser aller Alltagsleben bietet so viel Interessantes, dass freilernende Kinder, die in der Regel sehr offen und neugierig sind, ausreichend Anregungen für ihre Aktivitäten erhalten. Damit ein Kind seine ganz eigenen Projekte verfolgen kann, braucht es einen ruhigen Ort, ausreichend Zeit ohne Unterbrechung und einen Erwachsenen, der ihm seine Aufmerksamkeit schenkt. Im Kontakt mit dem Kind wird deutlich, was es zur Unterstützung braucht. Entscheidend ist, dass der „nächste Schritt“ immer vom Kind gesetzt wird. Die Erwachsenen in der Familie sollten sich darüber klar sein, dass sie in ihrer Rolle immer Vorbild für die jüngeren Familienmitglieder sind!

Wichtig erscheint uns eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema „Loben“ und „Bewertung“ im Allgemeinen. Empfehlenswert ist das Buch „Liebe und Eigenständigkeit“ von Alfie Kohn sowie die Bücher von Rebeca Wild, in denen die nicht-direktive Begleitung anschaulich beschrieben ist (vgl. unsere Literaturliste).